Das extrem schnelle Wachstum des Unternehmens hat in mehreren Teams zu einer unausgewogenen und zunehmend politisch geprägten Struktur geführt. Führungsentscheidungen spiegeln oft nicht den tatsächlichen Beitrag, die Arbeitsbelastung oder den Wert der Mitarbeitenden wider. Stattdessen werden Beförderungen und Entwicklungschancen tendenziell von Personen mit engen persönlichen Beziehungen zur Führungsebene bevorzugt. Die Abschaffung der strukturierten jährlichen Leistungsbeurteilungen hat das System noch subjektiver gemacht, da Führungskräfte nun individuell entscheiden, wie sie Mitarbeitende beurteilen und belohnen. Wer Bedenken hinsichtlich der Fairness äußert, riskiert leider Vergeltungsmaßnahmen. Auch die interne Mobilität ist stark eingeschränkt. Wenn sich Mitarbeitende auf Stellen in anderen Teams bewerben, kontaktieren die einstellenden Führungskräfte oft umgehend die aktuelle Führungskraft, was von diesen als Illoyalität wahrgenommen wird. Dies hat häufig negative Konsequenzen für die Mitarbeitenden, darunter subtiler Druck, das Team zu verlassen. Die Personalabteilung ist sich dieser Probleme bewusst, scheint aber überfordert oder nicht in der Lage, effektiv einzugreifen. Der Betriebsrat rät in der Regel nur dann zu rechtlichen Schritten, wenn Mitarbeitende über stichhaltige Beweise verfügen. Die Compliance-Abteilung erkennt die Probleme an, kann aber keinen Schutz vor weiteren Vergeltungsmaßnahmen garantieren, falls eine Compliance-Untersuchung eingeleitet wird. Einige Führungskräfte wenden Verhaltensweisen an, die als Mobbing wahrgenommen werden könnten, und diese Situationen werden oft als „notwendig für das Wachstum des Unternehmens“ dargestellt. Dies schafft ein Umfeld, in dem die Entlassung von Mitarbeitern, die sich über unfaire Behandlung beschweren, einfacher ist als die Behebung struktureller Probleme. BioNTech war einst ein Unternehmen, in dem Zusammenarbeit, Fleiß und Fairness zu den Kernwerten zählten. Viele Mitarbeiter leisteten weit mehr als erwartet, weil sie an die Mission glaubten und sich wertgeschätzt fühlten. Leider ist vieles davon im Bestreben, schnell eine Konzernstruktur aufzubauen, verloren gegangen. Es ist anzumerken, dass die Personalabteilung auf diese Beurteilung mit der Bitte um weitere Details reagieren wird. Die interne Offenlegung der Identität des Beurteilungsführers würde diesen jedoch mit Sicherheit weiteren Repressalien aussetzen – genau deshalb schweigen viele Mitarbeiter.